Heimrennen und Teamspirit: Der etwas andere Bericht vom Bernina Ultraks

Bernina Ultraks 2023

Annamaria Madar und Micha Steiner erzählen

Am ersten Juli-Wochenende fand in Pontresina der Trailrunning Event Bernina Ultraks mit über 600 Läuferinnen und Läufer statt. Anstatt Facts und Zeiten geht es in diesem Magazin-Beitrag um die ganz persönliche Sicht zweier Läufer – Annamaria Madar und Micha Steiner erzählen wie sie ihre Rennen erlebt haben.

Das Heimrennen (Micha Steiner, Go Vertical Athlet)

Strecke: Corvatsch (30km/1800hm)

„Auch dieses Jahr war bei mir wieder etwas mehr Aufregung im Spiel, zuhause zu starten ist einfach anders. Man kennt die Leute im Organisationsteam und viele Fans auf der Strecke und man will gerade auch darum, möglichst gut sein. Und dann waren noch Leute am Start, wie Marco Wildhaber, welchen ich von den Winterrennen kenne (beispielsweise vom Davos SkiMo Festival, wo er mich diesen Winter geschlagen hatte). Dann ist man umso nervöser, weil man sofort weiss, dass es ein hartes Rennen wird. Aber ja – man versucht sich dann aufzubauen und sicher im Kopf wieder voll bereit zu sein.“

Beim Start gings los mit recht hohem Tempo und schnell hat sich gezeigt, dass der Nidwaldner Andrin Näpflin, Marco Wildhaber und ich wahrscheinlich den Sieg untereinandern ausmachen werden. Denn bereit nach 500 Metern waren wir zu dritt an der Spitze und bereits etwas weg von den anderen. Marco hat dann auf dem Weg ins Val Roseg schon ziemlich aufs Tempo gedrückt und Andrin und ich haben schon etwas gelitten. Im Aufstieg zur Fuorcla Surlej konnte ich dann jedoch die Führung übernehmen. Auch ich habe ein sehr hohes Tempo angeschlagen, da ich wusste das in diesem Abschnitt meine Chancen etwas höher sind, denn hier ist der Weg technisch.

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Los geht’s.

„Perfektes Laufwetter, ideal zum Rennen. Schön kühl und nicht zu heiss aber trotzdem gutes Wetter. Die Trails waren aufgrund des Regen am Tag davor etwas rutschig. Für mich persönlich war das eher ein Vorteil, denn umso technischer, umso besser.“

Mit dem hohen Tempo ist Marco im Aufstieg etwas weggefallen und Andrin konnte ich zeitweise auch so um die 20 Sekunden distanzieren. Beim hinüberrennen zum Corvatsch hat mich dann aber Andrin wieder eingeholt und bis St. Moritz Bad sind wir zwei praktisch zusammen gerannt.

„Die Corvatsch-Strecke ist meine absolute Lieblingsstrecke, weil ich die Runde einfach sehr schön finde für ein Trailrunning-Rennen. Es hat alles mit dabei: es ist technisch und schnell. Ausser dem Weg ins Val Roseg hat es kaum Forststrassen, sondern wirklich einen hohen Anteil an Singletrails.“

Im Aufstieg nach Muottas da Schlarigna hatten wir dann einen richtigen Zweikampf, wir wechselten uns an der Spitze immer wieder ab und beide versuchten wir, den anderen loszuwerden. In den steilen Stücken war ich meist etwas im Vorteil und in den flacheren wieder Andrin. Auf einem Flachstück kurz vor Muottas da Schlarigna hat Andrin dann nochmals attakiert und ist mir davon gekommen. Ich hatte keine Chance mehr dem etwas entgegenzusetzen. Andrin hat so das Rennen verdient gewonnen und an dem Tag die besten Beine gehabt. Ich bin nichts desto trotz sehr zufrieden mit meiner Leistung. Das war für mich in diesem Jahr das erste Rennen in dieser Distanz und man weiss nie genau wie es dann läuft. Von dem her ist alles super aufgegangen, um das Rennen auf dem zweiten Platz zu beenden. Für mich ein sehr gelungenes Wochenenende mit super Stimmung. Meine Frau lief ausserdem auf den zweiten Rang beim “Steinbock” und ich würde meinen das ist auch ein gutes Familienergebnis.

„Ein gelungenes Wochenende mit super Stimmung und natürlich mit Pizzoccheri im Ziel – mein Lieblingsessen. Der Event kann von mir aus genau so bleiben!“

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Micha Steiner (2.), Andrin Näpflin (1.) und Marco Wildhaber (3.)

Beflügelt vom Teamspirit (Annamaria Madar, Go Vertical Mitarbeiterin)

Strecke: Bernina Gletschermarathon (42.2km/2600hm)

Was Trailrunning betrifft ist das Gelände des Gletschermarathons am Bernina Ultraks sehr spannend. Denn die Teilnehmer treffen auf alle Arten von Unterlagen. Ob Waldweg, felsige Passagen, Eispassagen auf dem Gletscher, teils Schnee in den oberen Lagen oder auch steile, rutschige Treppenabschnitte – es hat von allem etwas.

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„Ich war dieses Jahr zum dritten Mal am Start. Der Gletschermarathon am Bernina Ultraks inspiriert mich immer wieder an einem Marathon mitzumachen und zu trainieren. In diesem Jahr war ich besonders stolz, dass ich die Möglichkeit hatte als Mitarbeiterin Go Vertical zu repräsentieren. Es war unglaublich, die fantastische Teamarbeit meiner Kollegen zu erleben. Das “Tüpfelchen auf dem i” war die Fülle an Ermutigungen entlang der Strecke. Ich bin sehr dankbar für die Energie die ich vom ganzen Go Vertical Team vor dem Rennen, entlang der Strecke und im Ziel erhalten habe. Ein anderes Mal würde ich aber auch gerne miterleben wie die ersten ins Ziel kommen und die freudige Atmosphäre dort miterleben. Wer weiss vielleicht bin ich das nächste mal auch als Helferin mit dabei.“

Der Gletschermarathon beginnt schön mit dem Aufstieg zur Bovalhütte – super zum Aufwärmen. Dann beginnt der wirklich spannende Teil des Gletschermarathons. Die Aussicht ist wunderschön und soweit ich weiss, laufen andere Marathons “nur” am Gletscher vorbei anstatt wie hier gezielt über den Gletscher zu gehen. Auch besonders ist die Höhenlage, die Diavolezza mit rund 3000 Meter über dem Meer ist für jene die sonst in tieferen Lagen laufen eine weitere Herausforderung. Nach der Diavolezza geht es gut gelaungt bergab und auch etwas geradeaus. Dies ist gut für die Erholung denn dann beginnt meiner Meinung nach der härteste Abschnitt.

“Ich bin diesen Sommer vor vier Jahren in die Schweiz gekommen. Der Bernina Ultraks war mein erster Bergmarathon, zuvor bin ich nur Stadt-Marathons gelaufen.”

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Hoch oben über Pontresina, auf der Segantinihütte, fühlt man sich fast am Ziel angekommen. Es sind lediglich noch “ein paar Stufen” abwärts zu überwinden. Die Aussicht auf St. Moritz und die Bernina-Gruppe entschädigen aber viel. Mit etwas Glück sieht man hier oben sogar Steinböcke.

“Ich empfehle den Bernina Glacier Marathon allen Bergliebhabern. Es ist ein fantastisches Erlebnis im Herzen des Engadin.”

SAVE THE DATE

Die nächste Auflage der Bernina Ultraks findet im kommenden Jahr am 05. und 06. Juli 2024 statt.

Der klassische Medienbericht findest du hier:

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    Bushido II Woman Gtx
    Original price was: 230.00 CHF.Current price is: 161.00 CHF. inkl. MwSt.
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    Revolt Vivid Goggle
    149.00 CHF inkl. MwSt.
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    Shield Cap
    35.00 CHF inkl. MwSt.
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    Pocketshell Jkt W
    210.00 CHF inkl. MwSt.
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    Distance 15 Backpack
    210.00 CHF inkl. MwSt.
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    Distance 8 Backpack
    190.00 CHF inkl. MwSt.
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    W Distance Carbon Flz Poles
    230.00 CHF inkl. MwSt.
Publish date:
Juli 11, 2023
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