Halbmond im Länta-Tal

Mehrseillängen-Kletterei beim Zervreilasee

Joana Horni (Go Vertical Ambassador)

Noch ganz früh am Morgen, die ersten Vögel zwitscherten bereits, packten wir unsere Koba Fahrräder ins Auto ein und düsten los Richtung dem nahe gelegenen Zervreila. Die Reise führt uns zwischen wunderschönen Wasserfällen und langsam ins Licht getauchte Bergspitzen durchs Valser-Tal. Weiter oben dann der eindrückliche Stausee mit den imposanten Felswänden und dem wunderschönen, mächtigen Zervreilahorn. Wir fuhren bis zum «Chappeli» und parkten da unser Auto neben anderen Frühaufsteher*innen – hauptsächlich Fischer*innen und andere Kletter*innen.

Mit dem Fahrrad düsten wir dem Stausee entlang Richtung Länta-Tal. Neben der schönen Fahrradstrecke über einen Kiesweg mit prächtiger Aussicht, verkürzten wir uns so unseren Zustieg zudem auch etwa um eine gute halbe Stunde. Nachdem wir unsere Fahrräder an dem Weg unten beim Ochsenstafel stehen liessen (gleich bei der Brücke zur anderen Talseite), stiegen wir die letzten Meter noch durch Heidelbeerstauden und Alpenrosen Richtung Fels hoch.

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rechts ist der Sektor “Etzmäder” zu sehen

Beim Sektor «Etzmäder» angekommen, machten wir uns bereit für die relativ kurze Mehrseillänge «Halbmond».

Dies ist eine lohnende, kurze Mehrseillänge mit prächtiger Aussicht und wunderschönen Kletterzügen. Die Einsamkeit, die man in dieser Route verspürt, weil weit und breit kein anderer Mensch sichtbar ist, ist eindrücklich. Da diese Route jedoch auch eher selten begangen wird, ist sie vor allem in der ersten Seillänge ziemlich moosig. Neben dem etwas rutschigen Start, lohnen sich jedoch die weiteren Seillängen sehr. Der Fels besteht aus wunderbar griffigem Gneis und die Route führt einem mit schönen Bewegungen die Felswand empor. Teils eher plattig, teils steil und mit grossen Rissen und guten Griffen ausgestattet, ist es ein tolles Klettererlebnis im 5c/6a Bereich.

Wieder unten ging es mit dem Fahrrad das Länta-Tal raus und dem Zervreilasee entlang wieder hoch zum «Chappeli». Die Rückfahrt dem See entlang ist genauso schön wie die Hinfahrt – wobei es nun, im Gegensatz zum frühmorgendlichen Runterdüsen, eher um die Ausdauer geht. Dank für uns grad richtig platzierten Wolken lag jedoch der Aufstieg mit dem Fahrrad grad schön im Schatten und war somit auch ziemlich angenehm.

Kurz nach dem Mittg – zeitgleich mit den ersten Regentropfen – waren wir wieder zurück bei unserem Auto und verluden die Fahrräder, um gesättigt und mit positiver Energie aufgetankt wieder nach Hause düsen zu können.

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Publish date:
Juni 19, 2023
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