Der Winter ist zwar offiziell vorbei, doch auch im Frühling lohnt es sich mit den Tourenskis oder dem Splitboard loszuziehen. Frühlingstouren haben ihren ganz besonderen Reiz. Wir stellen dir in diesem Beitrag ein paar Highlights vor und zeigen auch, welche Unterkünfte noch offen sind.
Eisklettern als Wettkampfsport
Wie funktioniert Eisklettern als Wettkampfsport?
Bericht von Lars Dolf (Go Vertical Athlet & Mitglied des SAC Swiss Ice Climbing Teams)



Die Entstehung
Das Eisklettern entstand ursprünglich nicht als Sport, sondern als Teil des alpinen Bergsteigens. Bereits im späten 19. Jahrhundert begannen Alpinisten, Eisfelder, Gletscher und gefrorene Wasserfälle zu erklimmen – meist, um Gipfel zu erreichen, nicht um des Kletterns willen. Mit der Zeit entwickelte sich Ausrüstung weiter, die Eispickel und Steigeisen wurden besser, und irgendein Genie entwickelte die ersten Eisschrauben. In den 1970er-80er-Jahren begann das Eisklettern, sich als eigene Disziplin vom klassischen Bergsteigen zu lösen. Besonders in den Alpen, in Schottland und in Nordamerika entstanden erste reine Eiskletterrouten. Als die Szene wuchs, begannen einige Kletterer, ihre Fähigkeiten im direkten Vergleich zu messen.
In den 90er-Jahren veranstalteten lokale Klettervereine und Festivals wie im französischen Champagny, oder in Ouray, Colorado erste inoffizielle Wettkämpfe.
Man fing an die natürlichen Strukturen mit Holzplatten und künstlichen Griffen zu ergänzen. Dadurch wurde es einerseits sicherer für die Teilnehmer aber auch fairer und messbarer.
Im Jahr 2002 gründete die UIAA den offiziellen ersten Eiskletter-Weltcup.
Seitdem gibt es jedes Jahr eine Weltcupserie mit Stationen in Europa, Asien und Nordamerika. Dazu eine Europacup-Serie und eine Jugend-Weltmeisterschaft. Das Format ist ähnlich wie im Sportklettern, mit den Disziplinen Lead und Speed. Dazu weiter unten mehr.
Disziplinen
Wie oben schon erwähnt besteht der Sport aus den Disziplinen Lead und Speed. Jedoch ist Speed als Disziplin nur bei den Weltcups.
Lead
Im Lead geht es darum, in einer vorgegebenen Zeit möglichst hoch in der Route zu klettern. Das Zeitlimit macht den Wettkampf zu einem Sprint an der Wand – dabei Präzision und Ruhe zu bewahren, ist besonders anspruchsvoll.
Wie beim Sportklettern besteht die Qualifikation aus zwei Routen. Die besten 16 Athleten erreichen das Halbfinale, wiederum die besten 8 das Finale.
Der Kletterstil hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Jedes Finale enthält heute meist eine koordinative Stelle wie zb. einen Dyno.
Geklettert wird mit speziellen Schuhen, sogenannten Fruitboots. Sie sitzen eng, sind leicht und dennoch steif genug, um den Mono-Frontpoint zu tragen. Bei den Eisgeräten dominieren russische Hersteller wie Icerock oder Krukonogi.

Heeyong Park in Champagny, FR
Speed
Im Speed bestehen die Qualifikationsläufe aus drei Versuchen, wobei die beste Zeit zählt. Die schnellsten 16 Athleten kommen direkt ins Finale.
Der Wettkampfmodus variiert je nach Wettkampf-Struktur : In Cheangsong(Korea) wird im Dual-Modus geklettert – zwei Athleten treten gleichzeitig gegeneinander an. Beim Weltcup in Saas Fee zum Beispiel erfolgt der Wettkampf im Einzelmodus, also nacheinander.
Geklettert wird mit sogenannten Fifis. Da die Bewegung so schnell ist wird eigentlich nur im eis eingehängt anstatt geschlagen. Zur besseren Stabilität verzichtet man hier auf Mono-Steigeisen.
Speedklettern besteht aus einer wiederholenden, rhythmischen Bewegung, bei der vor allem die Beinarbeit entscheidend ist. In den letzten Jahren dominierten besonders iranische und mongolische Athleten das Feld.

Nyamdoo Selengee beim Abschlag im Speedwettkampf
Saison 2025/26
Die Hauen sind geschärft, die Form ist fit und die Motivation unglaublich gross. Nach unzähligen Trainingseinheiten der intensiven Pre-Season, steigt langsam die Nervosität für die ersten Europa Cups. Time Out‘s, unerwartete abrutscher, Frust und Freude liegen bei den Wettkämpfen sehr naheliegend. Die Reisen sind oft sehr lange, und die Zeit von November bis Februar bietet beinahe keine Freizeit. Trotzdem ist es das, was mich antreibt. Die Challenge, im entscheidenden Moment die Leistung zu zeigen, macht für mich den Reiz des Spiels aus. Auch das unterwegs sein im Team und der Austausch mit den Athleten der ganzen Welt. Zudem lernt man Europa etwas mehr kennen, naja eigentlich nur die verschiedenen Bahnhöfe aber immerhin. Nun aber, ist selbst fürs Schreiben keine Zeit mehr, jetzt wird gerockt!
Bleibt dran liebe Bergsportler, bis zum nächsten Mal im Go Vertical Magazin!

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