Piz Cambrena Couloirs (Nordwestwand)

Allgemeine Infos

Die vier Eis- und Mixed-Routen in der NW-Wand des Piz Cambrena sind lohnende Anstiege und können von einer durchschnittlichen Seilschaft gut als Tagestour begangen werden.

Der Fahrplan & die Betriebszeiten der Diavolezzabahn ist hier zu finden: Fahrplan Diavolezza

Wer am Vorabend anreisen möchte und im Berghaus übernachten möchte, kann hier reservieren: Berghaus Diavolezza

Zustieg

Von der Diavolezza Bergstation werden die Routen über den Normalweg zum Piz Palü in 1-1.5 Stunden erreicht.

Abstieg

Der schnellste Abstieg vom Gipfel führt über die Eisnase und den Nordgrat zurück zum Wandfuss.

Wird der Ostgipfel auch noch bestiegen ist die Normalroute der schnellste Weg, um zurück zum Einstieg zu gelangen. Beide Abstiege erfordern sichere Lawinensituationen. Über das Joos-Couloir und den Diavolezza-Express kann abgeseilt werden. Dies ist jedoch wegen Quergängen und Flachstücken weniger empfehlenswert.

1.) Joos-Couloir (530m, M4, 75°)

Erstbegehung: Norbert Joos, L.Denber und G. Deplajes 05. Dezember 1979

Das beliebteste und technisch einfachste Couloir an der NW-Wand des Piz Cambrena.
Das breite nach im oberen Teil nach links ziehendem Couloir ist der Einstieg für alle drei Routen, welche im oberen Teil der Wand eigenständige Linien sind.
Von der Gabelung geht es in sechs genussvollen Seillängen zum Ausstieg. Bei guten Bedingungen können die meisten zwischen Sicherungen im Eis angebracht werden, bei dünner Eisauflage muss überwiegend im Felsen gesichert werden. Die Absicherung im Felsen erfordert einiges an Erfahrung im Umgang mit mobilen Sicherungen.

Absicherung: Die Standplätze sind mit 8mm Inox Bohrhaken eingerichtet SL bis 55m!.
Material: 60m Seile, Cams 00-1, Keile 1-7, 6-7 kurze Schrauben
Zeit: 4-5h vom Einstieg zum Gipfel

2.) Gabarrou-Couloir 480m, M4+, 80°

Erstbegehung: Patrick Gabarrou 19. Juni 1991

Das Gabarrou Couloir ist im Allgemeinen anspruchsvoller als das benachbarte Joos Couloir. Die Schwierigkeiten begrenzen sich auf zwei Seillängen. Bei trockenen Verhältnissen können dort auch Schwierigkeiten bis M5 angetroffen werden.

Absicherung: Die meisten Standplätze sind mit Normalhaken ausgerüstet. Diese sind eventuell zu verstärken.
Material: 60m Seile, Cams 00-2, Keile 1-7, 4-5 kurze Schrauben, ev. Messerhaken oder Pecker.
Zeit: 4-5h vom Einstieg zum Gipfel

3.) Variante Foura 150m, M5, R

Erstbegehung: Unbekannt

Die Route durch das Loch (Foura) ist die Abenteuerlichste der drei Wege. Nach der ersten Seillänge vom Joos-Couloir wird über Bänder das leicht ausgeprägte Couloir welches direkt zum Loch hochzieht erreicht. In zwei bis drei Seillängen wird der Ausstieg des Loches erreicht. Linkshaltend erreicht man den Stand vor der letzten Seillänge des Joos-Couloir. Es besteht auch die Möglichkeit nach rechts über den Grat Richtung Diavolezza- Express auszusteigen.

Absicherung: Kaum fixes Material vorhanden. Schlechte Felsqualität, nur bei guter Vereisung (Styroporschnee) lohnend.
Material: 60m Seile, Cams 00-2, Keile 1-7, 3-4 kurze Schrauben, Messerhaken und Pecker.
Zeit: 5h vom Einstieg zum Gipfel

4.) Diavolezza – Express

Erstbegehung: Res Bähler, Ivo Zimmermann, Marcel Schenk 23. September 2009

Dabei handelt es sich eigentlich um eine Klettertour für den Sommer. Diese hat sich jedoch in den letzten Jahren als großartige Mixedtour etabliert. Die 15. Seillängen bieten anhaltend spannende Kletterei, wobei es nie sehr schwierig ist. Die gute Absicherung mit Bohrhaken trägt dazu bei, dass man sich voll auf das Klettern konzentrieren kann. Und es kann zu jedem Zeitpunkt abgeseilt werden.

Einstieg: Der Einstieg befindet sich ca. 200m und 50hm oberhalb des grossen Couloir. Nach dem Bergschrund wird nach links gequert. Der Erste Bohrhaken befindet sich Links von einem markanten zickzack Riss.
Absicherung: Gute Absicherung mit 10mm Inox. Da bei winterlichen Verhältnissen nicht immer alle Bohrhaken gefunden werden, sind ein paar Cams sicher hilfreich.
Material: 50m Seile, Cams 0,3-1, 10 Express
Zeit: 5-6h vom Einstieg zum Gipfel

5.) Abstieg über die Eisnase

Der Abstieg über die Eisnase ist der schnellste Weg, um zum Wandfuss zu kommen.
Vom Gipfel Richtung Norden und über die noch 40°steile Stubsnase zum Beginn der Felsen.
Über diese weiter in nördlicher Richtung ab klettern (II Grad). Kurz bevor der Grat abflacht, 1x 20m abseilen. Danach verläuft der Grat mehr nach Westen. Man folgt diesem immer an seiner äusseren Kante auf einer höhe von ca. 3140 m.ü.M kann bei guter Schneelage nach links in die Westseite gequert werden. Und der Einstieg des grossen Couloir wird somit direkt erreicht.

Zeit: 2h vom Gipfel

6.) Abstieg über die Normalroute

Wird der Ostgipfel auch besucht macht der Absteig über die Normalroute am meisten Sinn.
Vom Ostgipfel wird auf der rechten Seite des Gletschers in Richtung Arlasgrat abgestiegen. Auf ca. 3400 m.ü.M wird nach links in Richtung Nordgrat der Gletscher gequert. Dabei wird die Schulter des Nordgrates mit einem kurzen Gegenanstieg erreicht. Weiter auf der vorgängig beschriebenen Route.

Zeit: 2h vom Gipfel

Publish date:
November 15, 2022