Wintervorbereitung – Kein Bier in der Wüste – Wadi Rum

Wadi Rum Jordanien 08.-17. November 2015

Die Fotos, die wir sehen, lassen unser Kletterherz definitiv höher schlagen. Also entscheiden wir uns im Schön-Wetter-Sommer 2015 einen Flug für den November nach Amman zu buchen. Informationen sind nicht ganz einfach zu erhalten. Was wir aber wissen ist, dass der Süden Jordaniens als politisch und terroristisch sicher gilt. Was dann noch kommt, werden wir sehen.

Über Wien fliegen wir in rund vier Stunden nach Amman. Dort angekommen, geht die Reise nochmals vier Stunden mit dem Auto weiter. Wir haben einen sehr freundlichen Fahrer und auch die Menschen in Jordanien sind immer sehr hilfsbereit. In einem Camp angekommen freuen wir uns sehr auf die kommenden acht Tage klettern.

Wir starten am ersten Tag gemächlich am Jebel Rum mit zwei sehr schönen Routen. Das Gebiet immer besser kennenlernend klettern wir jeden Tag etwas Neues und Besseres. Es ist praktisch jeden Tag noch eine Steigerung an Schönheit der Routen drin. Der Kletterführer von Tony Howerd ist uns eine gute Hilfe, jedoch ist er so kompliziert aufgebaut, dass wir zum Teil fast eine Stunde brauchen, um den richtigen Einstieg zu definieren.

Wir klettern Mehrseillängen-Routen im Bereich von 6b bis 7a+. Die Absicherung ist sehr unterschiedlich. So sind die meisten Routen mit einer grossen Auswahl an Camlots und Keilen selbst abzusichern. Bohrhaken gibt es wenige, die meisten Standplätze sind mit Schlaghaken versehen und darum auch zu verstärken. Auch der Fels hat so seine Schwankungen. Wir finden schnell heraus: je dunkler die Wände, desto besser der Fels. Dennoch gibt es ab und zu die unangenehme Situation, in einem senkrechten Sandkasten zu klettern.

Nach sieben sehr schönen Klettertagen ist die Luft bei uns langsam draussen. Viele Körperteile schmerzen, Finger und Hände sind geschwollen und aufgescheuert von den vielen schönen Riss-Seillängen. So sind wir auch gar nicht so traurig, als es in der Nacht vor dem letzten Klettertag regnet und am Morgen alles nass ist.

Wir packen unser Material zusammen und sind nach einem Reisetag wieder zuhause im Engadin. Alles in allem ein super Klettertrip in einer wunderbaren Landschaft mit sehr freundlichen Menschen.